Pflegenotstand
Wenn Not auf Elend trifft: Pflege Misere in Österreich vor Eskalation

Innenpolitik

Autor(in): Presse

22. September 2021

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Pflegebedarf Österreich 2014: 250.000 Menschen. Pflegebedarf Österreich 2019: 560.000 Menschen, Tendenz nach wie vor steigend. Soweit die Zahlen der Austrian Health Academy. Wie darauf reagieren? „Bessere Arbeitsbedingungen, bessere Entlohnung sowie mehr Ausbildungsplätze und Anreize, um den Pflegeberuf auch ergreifen zu wollen.“ So die Reaktion von Menschen mit Hausverstand. „Schlechtere Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung sowie Impfzwang statt Anreiz, um den Pflegeberuf ja NICHT ergreifen zu wollen.“ So die Reaktion von Menschen, die sich als österreichische Bundesregierung bezeichnen.  Satire? Nein, leider Gottes tatsächlich Realität …

WIEN – Pflegereform: Ein Dauerbrenner, um nicht zu sagen ein „Evergreen“ der heimischen Politik. Seit Jahren verspricht jede Regierung Quantensprünge nach vorn, setzt aber immer nur den Salto rückwärts um. Und das aktuelle Kabinett Kurz II – vor allem das aktuelle Kabinett Kurz II – ist da natürlich keine Ausnahme.

Wie sonst wäre folgender Status quo erklärbar?

1) Laut „Pflegepersonal-Bedarfsprognose“ des Gesundheitsministeriums liegt besagter Bedarf in Österreich bei 75.000 bis 100.000 zusätzlichen Pflegekräften bis 2030.

2) Schon jetzt denkt aber jede zweite Fachkraft darüber nach, den Pflegeberuf aufzugeben: Das Ergebnis einer Studie der Gferer-Schwestern (Diplomkrankenpflegerin Alexandra & Soziologin Natali Gferer). Die Gründe hierfür reichen von psychischer Überbelastung über das stundenlange Tragen der Schutzausrüstung bis hin zur unklaren Perspektive im weiteren Verlauf der Pandemie. Auf absolute Zahlen umgelegt bedeutet das den drohenden Verlust von 27.700 Fachkräften im Pflegebereich.

3) Selbst jene, die noch in der Ausbildung stecken, neigen mehr und mehr zum Hinterfragen der Berufswahl: 39,6 Prozent von 610 Auszubildenden sehen den Pflegeberuf negativ. So das durchaus alarmierende Ergebnis einer Befragung des Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes Steiermark.

4) Ebenfalls nicht unerheblich: der magere Verdienst. Der pendelt im Schnitt (insbesondere bei 24-Stunden-Pflegerinnen und Heimhilfen) zwischen 900 und 1.500 Euro brutto.

5) Und was macht die Wirtschaftskammer? Sie präsentiert einen Lösungsansatz fernab jeglicher Realität. Statt sich für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Entlohnung einzusetzen plant die WKO ein Pilotprojekt, das vorsieht, Pflegekräfte von den Philippinen nach Österreich einzufliegen. Veranschlagte Rekrutierungskosten pro südostasiatischer „Fachkraft“: 8.000 bis 12.000 Euro. Weshalb dieses Geld nicht in die Verbesserung der österreichischen Pflege-Infrastruktur gesteckt wird, bleibt das Geheimnis der WKO …

Doch scheinbar ist die Pflege-Misere in Österreich noch nicht eskalierend genug. Denn wenn du glaubst, schlechter geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Thomas Szekeres daher. Hier ein Auszug von Statements des Präsidenten der Ärztekammer aus der ZIB 2 vom 20. September 2021 …

Szekeres auf die Frage „Muss man die Menschen vor sich selber schützen?“:

„Ja, wenn sie nämlich andere auch gefährden. Ich denke jetzt zum Beispiel an Menschen, die im Gesundheitsbereich tätig sind (…), die selber ansteckend sind und dann (…) viele Patienten, die schwer krank sind, anstecken. Deshalb denke ich, dass es Sinn machen würde, in diesen Bereichen strenger vorzugehen.“

Szekeres zur von ihm eingeforderten Impfpflicht für Gesundheitsberufe:

„Ich möchte sie (Anm.: also die Arbeitnehmer) nicht zwingen. Ich glaube, man sollte sie überzeugen. Man kann sich beraten, wenn man Ängste hat, wenn man Sorgen hat bezüglich der Impfung. (…) Und ich hoffe, dass wir diese Impfquote noch anheben können.“

Nur um wenige Sekunden später folgende Aussage rauszuhauen:

„Wenn es uns nicht gelingt, die Impfquote zu heben und Menschen Gefahr laufen, sich anzustecken, dann ja zur Impfpflicht.“

Wirft die Frage auf: Hört Szekeres eigentlich selbst, was er sagt? Oder geht es ihm wie der gesamten Bundesregierung? Weil auch die scheint den Wald vor lauter Nadeln nicht mehr zu sehen. Deren gemeinsames Credo: Treibe die Ungeschützten zum Schutz der Geschützten, indem sie sich den Schutz verabreichen lassen, der die Geschützten nicht schützt.

Wie auch immer: Mit Gelaber von einer Impflicht für Gesundheitsberufe (wie sie etwa in Niederösterreich für Neuaufnahmen in Institutionen, die unter dem Dach der NÖ Landesgesundheitsagentur stehen, ja schon seit 1. September 2021 existiert) wird das Drehen der Notstandsspirale im heimischen Pflegebereich lediglich beschleunigt.

Sorgt für Kopfschütteln. Auch bei Mag. Dr. Gerhard Pöttler, Gesundheitsökonom und Finanzreferent im Bundesvorstand von MFG Österreich.

„Wir erinnern uns: Vor etwas mehr als einem Jahr wurde allen im Gesundheitsbereich Tätigen applaudiert und für Ihren Einsatz gedankt. Sie wurden sogar ‚Helden des Alltags‘ genannt. Das war’s aber auch schon. Ein Anreizsystem für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Entlohnung ist nämlich nicht gefolgt.“

Die desaströse Situation im Gesundheitsbereich schildert Pöttler, der diesbezüglich über beste Kontakte verfügt, so:

„Es herrscht Personalmangel an allen Ecken und Enden, die Pflegekräfte werden regelrecht ausgesaugt und ausgebeutet. Und dazu gesellt sich jetzt noch der Druck in Sachen Impfung. Ein Damoklesschwert, das dazu führt, dass es derzeit mehr Ausbildungsplätze als Auszubildende gibt … und das trotz Pflegenotstand! Das muss aufhören. Wer sich nicht impfen lassen will, ist gefälligst in Ruhe zu lassen!“

Pöttler weiter:

„Dieser Wahnsinn führt zur Ausgrenzung vieler Menschen, die an Gesundheitsberufen Interesse zeigen, an der Impfung aber nicht. Das fällt dem System dann auf den Kopf … eher früher als später. Alles Gründe, die dazu führen, dass schon jetzt zahlreiche Pflegekräfte dem gewählten Beruf den Rücken kehren.“

Und wer hat die Lösung? Natürlich MFG, die Partei ohne Politiker! Wie besagte Lösung aussieht, weiß Pöttler:

„Wir von MFG fangen Pflegekräfte, die aussteigen, in der Partei auf und schaffen Anreize, dass sie etwa auf Hauskrankenpflege umsatteln und so dem Gesundheitsbereich erhalten bleiben. Wir als Gesellschaft können es uns nämlich nicht leisten, Pflegefachkräfte zu verlieren. Und wir von MFG reden nicht nur. Wir handeln.“

Nachschlag:

MFG handelt. Und die Arbeiterkammer? Die schaltet lieber Google Ads, um ihren Artikel über Pflegenotstand mehr Lesern zugänglich zu machen. Heißt im Klartext: Mehr Geld aus der Staatskassa für Google statt die Mittel in den heimischen Pflegebereich zu stecken. Kann man so machen. Sollte man aber nicht…

Rückfragen & Kontakt:
MFG – Menschen Freiheit Grundrechte
Dagmar Häusler
Tel.: 0660 63 16 224
office@mfg-oe.at

Foto: Georg Arthur Pflueger on Unsplash

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