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Gewesslers unqualifizierter Windkraftausbauangriff auf den Westen: Eine fragwürdige Panik-Aktion des Klimaschutzministeriums

Allgemein | Innenpolitik

Autor(in): MFG

20. Juni 2022

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Am 13. Juni 2022 stellte die Klimaschutzministerin Gewessler ihren Erneuerbaren Energieplan vor, der die Energiewende beschleunigen sollte, sodass Österreich bis 2030 zu 100% Energieselbstversorger ist. Zentral sind dabei folgende drei Punkte zur Änderung des Gesetzes zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP): (a) Eine Flächenwidmung ist nicht mehr erforderlich, (b) bislang vorgesehene Prüfungen werden eingeschränkt und (c) wird ein besonderes öffentliches Interesse postuliert, sodass Energiebauprojekten ein stärkeres Gewicht gegenüber allen anderen Schutzwürdigkeiten, wie Biodiversität in Tier- und Pflanzenwelt usw,, einzuräumen ist.

Den gebirgigen westlichen Bundesländern wirft sie vor, zu wenig oder nichts für den Ausbau der Windkraft getan zu haben, da dort im Unterschied zu dem sowohl windigen wie auch flachen Osten bislang keine Windräder stehen. Das ist für die Ministerin Gewessler so unverständlich, dass sie sich genötigt fühlt, mit einer neuen Gesetzgebung in die westliche Natur einzugreifen.

Damit demonstriert Ministerin Gewessler jedoch nur, dass sie zur Gänze unsachlich, unqualifiziert und panisch vorgeht, denn sonst müsste sie den Tiroler Energiebericht „Energie-Zielszenario Tirol 2050 und 2040 mit Zwischenziel 2030“[1], der im September 2021 öffentlich vorgestellt wurde, kennen und würdigend berücksichtigen.

Daraus geht nämlich hervor, dass die Aufstellung von Windrädern erst in einer Seehöhe über 1800 m brauchbare Ergebnisse lieferte. Flächen in dieser Seehöhe sind jedoch nicht nur schwer zugänglich, sondern weisen vornehmlich auch felsige und steil abschüssige Flächen auf, auf denen sich Windräder sehr schwer stabilisieren lassen. Die Windkraft in Tallagen ist kaum ergiebig. Da Tirol ein an Ressourcen reiches Land ist, bieten sich zahlreiche, besser geeignete Methoden zur Gewinnung erneuerbarer Energien an. Als energetisch nutzbares Potenzial gibt es in Tirol Wasserkraft, Sonne, Biomasse, Umweltwärme (Grundwasser, Erde, Luft), bislang noch nicht genutzte Tiefengeothermie, industrielle Abwärme und Wärme aus Abfällen.[2]

Bei einer Umsetzung von Methoden zur Reduktion des Energieverbrauches in den verschiedenen Sektoren, wie beispielsweise Gebäude- und Haushalt, Industrie und Mobilität, ist die Klimaministerin Gewessler säumig.

Auf zielführende Maßnahmen einer Energiekreislaufwirtschaft geht sie mit keinem Wort ein.

Mag. Dr. Josephine Papst (MFG – Wissenschaftlicher Beirat)

Quellen / Fußnoten: 

[1] Vgl. Universität Innsbruck – Wasser Tirol: „Energie-Zielszenario Tirol 2050 und 2040 mit Zwischenziel 2030“ im Auftrag der Tiroler Landesregierung, Innsbruck, September 2021. S. 34. Link: https://www.uibk.ac.at/bauphysik/forschung/projects/tirol2050/21-08-27_bericht-szenarien-2050-und-2040-final.pdf. [Zuletzt aufgerufen am 13. Juni 2022.]

[2] Vgl. Ebda., S. 24 – 36.

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